Selbstständigkeit – Erfahrungen und Tipps von einer Gründerin

Immer wieder kommt die Frage auf „Warum hast du dich selbstständig gemacht?“ und das möchte ich euch heute ausführlich beantworten und da ich weiß, dass einige von euch da außen mit dem selben Gedanken spielen, werde ich nicht nur meine Erfahrungen mit euch teilen, sondern euch auch ein paar Tipps mit an die Hand geben.

Von der Lehre zum Abi

Eigentlich war dieser Traum schon immer da, schon als Teenager wollte ich mich irgendwie selbstverwirklichen, aber eine Idee oder was ich genau machen möchte hatte ich nicht und so wirklich getraut habe ich mich das auch nicht. Also bin ich den ganz „normalen“ Weg gegangen. Schule fertig gemacht, Lehre absolviert und da fing es dann schon an, dass ich merkte, dass ist irgendwie nicht das was ich bis zu meinem Lebensende machen möchte. Ich beschloss also das Abi nachzuholen und besuchte die BOS in Nürnberg. Ich muss dazu sagen, dass ich eine sehr schlechte Schülerin war. Schule hat mich eigentlich nie wirklich interessiert, vor allem in der Teenager Zeit sah ich Schule eher, als täglichen Treffpunkt mit meinen Freunde um Quatsch zu machen. Diese Erfahrung führte natürlich auch dazu, dass ich nicht wirklich sicher war, ob ich das Abi schaffe. Aber irgendwas in mir sagte, mach es und wenn du es nicht schaffst, dann mach was anderes. Die BOS war nicht einfach und rückblickend war es schwieriger als jedes Studium, aber ich habe es geschafft. Ein Meilenstein für mich: Die schlechte Schülerin hat ihr Abi geschafft. Ich war schon ein bisschen stolz, aber zufrieden war ich nicht.

Bluse von cubell HIER erhältlich
Hose von cubell HIER erhältlich

Vom Abi zum Studium

Also ging es weiter: Ich bin nach Ansbach und habe dort BWL studiert mit Schwerpunkt Marketing und Wirtschaftsinformatik. Irgendwie wollte ich eher in die kreative Richtung als in die wirtschaftliche und siehe da, im Schwerpunkt habe ich Bestnoten geschrieben, obwohl ich das Studienleben ausgiebig genossen habe. Das bedeutet, ich habe gefeiert, gefeiert und gefeiert :). Dabei habe ich mein Ziel aber nie aus den Augen verloren und war immer sehr fleißig. Denn ich wusste ja, dass ich keiner von der Sorte bin, der sich leicht tut etwas zu lernen. Nachdem ich nun auch dieses Studium geschafft hatte, blieb wieder die Frage: Wie geht es weiter? Im Studium habe ich ein Praktikum absolviert, dass mir ein wenig den Weg in Richtung Online Marketing gezeigt hatte, also das Kreativsein im Online Bereich. Das war ein Aufgabengebiet, das mir Spaß machte und mit dem ich mich auch identifizieren konnte.  Irgendwie war mir aber klar, dass das BWL Studium noch nicht alles war.

Vom Bachelor zum Master

Die schlechte Schülerin wollte ihren Master machen. Auch hier war die Entscheidung von Selbstzweifeln begleitet und natürlich auch eine Geldfrage. Also beschloss ich, den Schwierigkeitsgrad zu steigern. Ich wollte nicht nur den Master machen, sondern das Ganze auch noch nebenberuflich. Das bedeutet, ich habe abends und am Wochenende die Vorlesungen besucht. Somit war die Geldsorge erstmal aus der Welt, denn ich habe unter der Woche gearbeitet und so meinen Lebensunterhalt verdient. Das war aber noch nicht alles, denn ich habe zudem ein Kleingewerbe angemeldet, mit dem ich die ersten kleinen Schritte Richtung Selbstständigkeit gewagt habe. Hin und wieder kam mal ein Auftrag rein, mal eine Webseite erstellen oder Facebook Anzeigen aufsetzen. Dennoch lag meine Priorität immer auf dem Studium, denn ich wollte es schaffen und ich wollte es gut schaffen! Nach 2,5 Jahren hatte ich den Abschluss in der Tasche. Anfang Februar 2017 konnte ich mich endlich Wirtschaftspsychologin nennen und das Ganz auch noch dazu, mit sehr guten Noten.

Fazit des ersten Werdegangs

Ich kann nur jedem da draußen empfehlen, seinen Weg zu gehen und sich von Niemanden beeinflussen zu lassen und das zu machen, was der Bauch einem sagt. Denn das ist genau das Richtige. Ob es gelingt oder nicht, aber man darf am Ende seines Lebens niemals sagen „Hätte ich nur“, sondern „Toll ich habe es mich getraut“. Keiner meiner Lehrer in der Realschule hätte jemals gedacht, dass ich es soweit schaffe und auch keiner aus meinem privaten Umfeld. Dennoch habe ich es getan. Es war schwer, aber ich habe es geschafft und daher bin ich wirklich sehr stolz darauf.

Kleid von cubell, HIER erhältlich

Vom Master in den Job

Nachdem ich nun den Master in der Tasche hatte war auch irgendwie klar, dass ich in der Werbeagentur, in der ich die letzten 3 Jahre gearbeitet habe, nicht bleiben kann. Irgendwie musste sich ja das Studium bezahlt machen und ich wollte auch eine neue Herausforderung. Also begann ich mich zu bewerben, ich habe eigentlich nicht viele Bewerbungen geschrieben, ich glaube es waren 3 – 4. Aus allen Bewerbungen wurde auch ein Bewerbungsgespräch. Schlussendlich hat es mich zu einem Kleinunternehmen (Start-up) nach Nürnberg verschlagen. Am Anfang war alles noch super und neu und ich war sehr motiviert hier meine Ideen und meine Leidenschaft einzubringen. Nach einiger Zeit hat sich herausgestellt, dass es doch irgendwie nicht passte. Ich war unglücklich und unzufrieden mit der Situation und wusste, dass ich etwas ändern musste.

Ein kleiner Hinweis an euch: Wenn ihr unzufrieden seid in eurem Job und merkt, dass ihr weder vor noch zurück könnt, ändert etwas an der Situation. Ihr habt es in der Hand euer Leben zu steuern und das Leben ist zu kurz dafür, um etwas zu „ertragen“.

Leo Blouson von cubell HIER erhältlich

Vom Job in die Selbstständigkeit

Daher habe ich nun also für mich die Entscheidung getroffen, das so nicht weiter machen zu wollen. Die Entscheidung, dass ich nicht das Unternehmen wechsle, sondern mich selbstständig mache, kam mir dabei sehr spontan. Irgendwie dachte ich mir: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“. Ich bin alt genug und habe genügend Erfahrungen gesammelt. Einige Stimmen waren auch hier wieder skeptisch, dennoch sagte ich mir selbst, dass ich das jetzt durchziehen und schaffen werde. So wie ich auch alles andere in meinem bisherigen Leben, trotz Widerständen geschafft habe.. Der Weg ist mein Ziel. Hier stehe ich nun… Seit August 2017 bin ich komplett selbstständig. Zum einem als Online Marketing Managerin und zum anderen mit meinem Onlineshop cubell.de

Ich habe mehr oder weniger nun zwei Jobs, aber warum das Ganze? Ein Business von Null aufzubauen ist nicht so einfach. Es bedarf viel Vorbereitung, Geduld und Herzensliebe, denn du wirst nicht von Heute auf Morgen den großen Durchbruch erlangen. Genau deswegen bin ich auch weiterhin als Online Marketing Managerin tätig, weil ich so meinen Lebensunterhalt verdienen und gleichzeitig cubell weiter voran treiben kann. Und das kann ich euch nur empfehlen, wenn es für euch irgendwie möglich ist. Versucht ein Standbein aufzubauen mit dem ihr am Anfang euer Geld unabhängig von eurer Gründungsidee verdienen könnt. Ihr nehmt euch damit den Druck raus, sofort mit eurer Idee euren Lebensunterhalt verdienen zu müssen und könnt so etwas entspannter an die Sache ran gehen.

Du spielst auch mit dem Gedanken dich selbstständig zu machen? Hier ein paar Tipps aus meinem eigenen Erfahrungsschatz

1. Gehe das Ganze nicht ungeplant an. Mache dir ein Konzept:

  • Was genau ist deine Idee? Beschreibe Sie so, dass es jemand unbeteiligtes sofort versteht.
  • Welchen Vorteil bringt es deinem Kunden?
  • Welche Mitbewerber gibt es?
  • Was macht der Mitbewerber gut?
  • Was macht der Mitbewerber schlecht? Wie kannst du es besser machen?
  • Wie könnte deine Zielgruppe aussehen? (Alter, Geschlecht, Hobbys etc.)
  • Welche Medienkanäle passen zu deiner Zielgruppe und welche verwenden sie?
  • Für was, brauche ich wie viel Geld und woher bekomme ich das?
  • Welche Risiken können entstehen? Wie reagierst du wenn ein Risiko eintritt?
  • Was ist dein USP, also dein Alleinstellungsmerkmal?
  • Wie soll das Marketing aussehen? Wie viel Budget ist dafür vorhanden? (Pressearbeit, Online Marketing, Offline Marketing, Empfehlungsmarketing, Influencer Marketing etc.)

2. Suche dir einen Gründungsberater. Der hilft dir genau in den ersten Schritten deiner Selbstständigkeit auf dem richtigen Weg zu bleiben. Diese Investition lohnt sich definitiv. Es gibt auch einige Möglichkeiten einer finanzielle Unterstützung für die Gründungsberatung zu beantragen. Am besten du informierst dich bei der IHK in deinem Ort.

3. Erstelle am besten mit deinem Gründungsberater zusammen einen Finanzplan. Ausgaben, Einnahmen, fixe Kosten etc. sollten dabei beachtet werden. So hast du anschließend auf einem Blick, was du pro Monat einnehmen musst, um die Kosten zu decken und Gewinne zu erwirtschaften. Beachte hier auch dein eigenes Gehalt, denn auch du musst irgendwann für deine Arbeit bezahlt werden.

4. Wenn du kein Ass im Bereich Steuern bist, such dir einen guten Steuerberater, denn du wirst zukünftig für solche Sachen keine Zeit haben und da ist es gut, wenn man sich auf seinen Steuerberater verlassen kann und er die Buchhaltung übernimmt.

5. Steck dir Ziele. Was möchtest du in einem Monat, in einem halben Jahr, in einem Jahr und in 5 Jahren erreichen.

6. Du möchtest auch gleich eine Marke anmelden? Such dir einen Anwalt dazu, dieser kostet zwar, aber das Wirrwarr bei der Markenanmeldung ist so groß, dass du hier sicherlich Hilfe brauchst. Überlege dir vorher, was dein Unternehmen darstellt, welche Namen in Frage kommen könnten. Recherchiere vorab im Internet. Ist die Domain noch frei, gibt es bereits Namen die so ähnlich klingen? Dann solltest du dir etwas anderes suchen. Die Markenanmeldung ist nicht billig, also überlege dir gut, ob du das bereits am Anfang machen möchtest oder ob das auch später noch reicht.

7. Eine Gewerbeanmeldung muss noch her und auch das Finanzamt will bescheid wissen. Normalerweise kannst du das alles über deinen Steuerberater erledigen lassen. Er sagt dir auch ob erstmal ein Kleingewerbe reicht oder ob du gleich ein richtiges Gewerbe anmelden solltest.

Samttunika von cubell HIER erhältlich
Kette von cubell HIER erhältlich

Starte dein Business voller Energie und Lebenslust. Es wird Hochs und Tiefs geben. Du wirst an dir und deiner Idee zweifeln. Wirst dich fragen, ob das Ganze der richtige Weg war und ob du nicht lieber alles hinschmeißen sollst. ABER durchhalten ist die Devise, weitermachen und nach vorne schauen.

Puhhh das waren jetzt viele Informationen. Wenn ihr Fragen habt, dann schreibt mir einfach. Ich freue mich darauf, euch eure Fragen zu beantworten.

 

Previous Post

5 Comments

  • Reply Lony 1. Januar 2018 at 6:36

    P.S. ich hab mich nun mal in Ruhe in Deinem Online Shop umgesehen. SUPER! Du hast tolle, ausgewählte Stücke – superklasse auch die Taschen und Ketten! Ich liebe Curvy Mode mit einem Hauch Rock’n’Roll und da ist das eine oder andere Stück dabei!! Ganz liebe Grüße!! xx

    • Reply Franziska Bauer 1. Januar 2018 at 10:25

      Liebe Lony, vielen lieben Dank für deine netten Worte. Ich hab mich sehr darüber gefreut. Ein schöner Start in 2018 mit solch einem schönen Kommentar 😍😍. Liebe Grüße Franzi

  • Reply Lony 1. Januar 2018 at 6:03

    Guten Morgen liebe Franzi,

    ersteinmal ein frohes neues Jahr!!!

    Ich hab Deinen Blog Post mit großem Interesse gelesen, das sind wirklich tolle Tipps! Und Du kannst mächtig stolz auf Deine Leistungen sein, Hut ab davor!!!

    Dein Outfit auf dem letzten Bild ist so herrlich frisch und supergeschmackvoll! Das grüne Samtkleid und der wunderschöne Schmuck dazu – gefällt mir ganz ausgezeichnet!

    Ich wünsche Dir für 2018 viel Erfolg mit Deiner Selbstständigkeit und dass alles so verläuft, wie Du es Dir wünscht!

    Ganz liebe Grüße sendet Lony (die im Hintergrund ihren Blog gerade umzieht und neu gestaltet, Mitte Januar wird er online gehen).

  • Reply Gerlinde Hofmann 27. Dezember 2017 at 15:20

    Hallo. Ich starte in die Selbständigkeit. Meine Frage: Gestalten Sie eine Hompage? Ich lebe ebenfalls im schönen Frankenland.

    Freundliche
    Gerlinde Hofmann

    • Reply Franziska Bauer 27. Dezember 2017 at 17:16

      Hallo Gerlinde,
      ja ich gestalte auch Webseiten, jedoch nur kleine Seiten. Es kommt darauf an, was Sie benötigen. Gerne können Sie mir eine Mail an info@franziskabauer.eu schreiben und mir mitteilen was genau Sie benötigen.
      Viel Glück für Ihre Selbstständigkeit und viele Grüße

      Franziska

    Leave a Reply